Warum und wie sind die Bergulmen in Europa gefährdet?

Geschrieben von Ken Ho

Die Borke von Bäume dienen wie die menschliche Haut dazu, Bakterien und Virus fernzuhalten. Weil es den Schaderreger schwer fällt, sich im Freien zu bewegen und vermehren, brauchen sie Hilfe damit sie in das nahrungsstoffreiche Milieu der Wirte übertragen werden können. Im Fall Ulmensterben sind die Überträger die kleinen und großen Ulmensplintkäfer. Wie das Ganze verläuft wird in diesem Artikel erleuchtet.

Die Ulmen sind eine Baumart die sich in der Nordhalbkugel verbreitet. Von der insgesamt 40 Arten gibt es drei einheimische Arten in Mitteleuropa, nämlich die Bergulmen, die Flatterulmen und Feldulmen. Davon sind die Bergulmen derzeit die am gefährdetsten. Die wenigen aber großen Wasserleitbahnen der Bergulmen bilden eine deutliche Schwachstelle, an der Pilzinfektion schwerwiegende Folgen auslösen kann.

Verantwortlich für die Gefährdung ist die Schlauchpilze der Gattung Ophiostoma. Zumindest zwei Arten davon sind uns bekannt, wobei sich die verhältnismäßig neuere Art Ophiostoma novo-ulmi für die Bergulmen als gefährlicher erweist als die ältere Variant Ophiostoma ulmi. Diese Schlauchpilzen sind von beiden kleinen und großen Ulmensplintkäfer in den Stamm der Bergulmen hinein gebracht, die im Frühjahr ausschwärmen. Sie machen Bohrlöcher in der sie Eier legen. Die Eier sind derart in der Brutgängen gelegt, dass das erste Ei schon bei dem Legen des letzten Eis ausgebrütet ist. Die Käfer tragen bei sich die Schlauchpilze die sich anhand der gebohrten Gänge in die Wasserleitbahnen hineinschleichen. Nachdem die Larve der Ulmensplintkäfer ausgebrütet sind, machen sie sogar Fraßgänge, die die Verbreitung der Pilze nog befordern.

Infizierte Wasserleitbahnen werden bräunlich in Farbe. Verthyllung und der Einwuchs der Pilzmyze führen dazu dass die kein Wasser von der Wurzel ab nach der Krone transportiert wird. Es braucht nicht viel Zeit bevor die Blätter sich einrollen und schließlich abtrocknen. Die Äste fallen ab und die Krone stürzt bald ein. Daher ist die Folge der Pilzinfektion von oben her sehr deutlich zu sehen.

Es gibt bis jetzt noch keine langfristige Lösung um Bergulmen vor der Schlauchpilze zu schützen. In Erwägung gezogen sind die Maßnahmen, entweder die widerstandsfähigeren Flatterulme und Feldulme zu kreuzen oder die Ostasiatischen Ulmen zu importieren. Schließlich wurden die Pilze von Asien her in der zwanzigsten Jahrhundert in Europa eingeschleppt. Um das Risiko der Pilzinfektion zu minimieren, sollten die Bergulmen unter anderem regelmäßig gewassert werden und auf kalkreiche Böden angepflanzt werden.

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